Der Menschenmacher von Cody McFadyen

Book by Thriller
Freitag, August 8, 2014 Review by Susanne

 

 

“Der Menschenmacher” beginnt und reißt einen sofort mit. Das Buch liefert, meiner Meinung nach, sogar gleich drei spannende Anfänge. Auf den ersten 50 Seiten wird eine Frau entführt, eine alleinerziehende Mutter stirbt und hinterlässt einen kleinen Jungen und ein Mann und seine junge Partnerin befreien viele Kinder aus einem Kinderbordell. Klingt verwirrend? Ehrlich, war es auch für mich!

Doch dann fangen alle Geschichten an, miteinander zu verschmelzen und die Hauptdarsteller, David (der Sohn der seine Mutter verloren hat), Charlie und Allison kommen nach vielen vielen Jahren der Trennung wieder zusammen. Nicht wirklich freiwillig. Denn sie werden von einem hinterhältigen Verrückten gezwungen, zusammen bestimmte Aufträge auszuführen. Würden sie sich weigern, würde der Irre diejenigen töten, die den Dreien am nächsten wären.

Im Laufe der Geschichte kommt es immer wieder zu Sprüngen zurück in die Vergangenheit der Hauptpersonen. Als Kinder zw. 6 und 7 Jahren wurden die drei von Bob Gray adoptiert. Bob selbst war vor seiner Zeit als Polizist in Vietnam und kam sogar als kleiner Held zurück. Was er aber in den eigenen vier Wänden mit den ihm anvertrauten Kinder trieb, ist grausam und brutal. Er misshandelte sie furchtbar und das alles nur “zu ihrem Besten”, wie er ihnen immer wieder predigte. Sein Ziel war es, die Kinder zu sogenannten Übermenschen zu erziehen, von dem Nietsche in seinen Werken spricht. Ich hab das mal gegoogelt und es stimmt wirklich, dass Nietsche den Übermenschen = Idealmenschen als Ziel sah. Allerdings verlangt er natürlich nicht, Kinder zu tyrannisieren, um an dieses Ziel zu kommen! Wen es interessiert, kann das gerne bei Wikipedia nachlesen.

Überhaupt sprüht das Buch vor Ideen. Immer wenn man meint, jetzt ist alles gut, jetzt kann die Geschichte ausklingen…. genau dann passiert wieder etwas Unerwartetes!

“Der Menschenmacher” ist definitiv KEIN Buch zum eben-mal-so lesen oder zum entspannen. Es erfordert von Anfang an Konzentration, damit man auch wirklich immer weiß, welchen Hinweis man für den weiteren Verlauf gerade wieder bekommen hat. Bzw. dauert es wie oben erwähnt einige Seiten, bis die einzelnen Handlungsstränge zusammen laufen. Aufgelöst wird erst auf den letzten 30 Seiten. Zwischendurch wird es leider auch mal sehr laaaaaaangatmig, wenn z.B. Bob den Kinder mal wieder ausführlich über Nietsche und seine Ansichten predigt und die Kinder dabei mißhandelt. Die Schilderungen erfüllen einen zwar mit Grauen, aber dadurch dass Cody McFadyen den Kindern einen wahnsinnigen Überlebenswillen angedichtet hat, bleibt man trotzdem dabei und legt das Buch nicht zur Seite.

Das Ende ist etwas…. enttäuschend… und passt irgendwie nicht. Für mich liest es sich so, als hätte man ein Ende gesucht, aus dem sich ein Fortsetzungsroman formen lassen könnte…

Weil ein gelungener Schluss für mich mit das Wichtigste an einem Roman ist, gebe ich hier “nur” 4 Smilie-Punkte:                  *:) glücklich*:) glücklich*:) glücklich*:) glücklich

Das Buch gibt es natürlich auch bei Amazon.

Und für alle, die lieber das Hörbuch möchten, hier klicken.

 

 

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